Zivilisationskrankheiten

Der professionelle Befund ist Fundament für Diagnose und Heilung

Jugendlichhafte Gesundheit durch eine gute Darmflora?

Posted on | November 26, 2017 | No Comments

Wer einen gesunden Darm hat der hält damit den Schlüssel für ein langes Leben in Händen, sind sich jedenfalls die Wissenschaftler einig. Der Grund dafür ist einfach, der Darm ist die Wiege des Immunsystems und wenn das fit und gesund ist bis ins hohe Alter hinein, dann geht es dem Menschen gut.

„Du bist was du isst.“ diesen Spruch kennen sicher die meisten Menschen, doch wie viel Wahres da dran ist, das belegen jetzt aktuelle Studien. Durchgeführt wurden die an der Western University’s Schulich School of Medicine & Dentistry in Ontario in Zusammenarbeit mit dem Tianyi Health Science Institute in Zhenjiang. Die Forscher analysierten die Darmflora von 1.000 Menschen ganz unterschiedlichen Alters. Der jüngste Teilnehmer war drei Jahre alt, der älteste Teilnehmer 100. Grundvoraussetzung für die Teilnahme an der Studie war, dass alle Teilnehmer sich bester Gesundheit erfreuen mussten, ebenso ihre nahen Verwandten. Sie durften keinerlei Medikamente einnehmen, keinen Alkohol trinken oder Zigaretten rauchen. Außerdem durften sie ihr Leben lang nie ernsthaft krank gewesen sein. Die Ergebnisse der Studie waren beeindruckend.

Eine Zukunft ohne Krankheiten?

Die Darmflora der um die 30 Jährigen war genauso gut, wie die der Senioren. Allenfalls bei den sehr jungen Studienteilnehmern ergaben sich altersbedingt kleinere Veränderungen, doch nach dem 30. Lebensjahr waren keine großen Unterschiede mehr feststellbar. Es scheint also tatsächlich so, dass eine gesunde und stabile Darmflora dazu führt, dass der Mensch gesund alt werden kann und dabei ein höheres Alter erreicht als ein Mensch mit einer gestörten, wenig intakten Darmflora.

Auf der Grundlage dieser Erkenntnisse wollen die Forscher nun Diagnoseverfahren in den Arztpraxen etablieren, die den Zustand der Darmflora der Patienten messen und bewerten können. Damit könnte eine neue, gesunde Gesellschaft heranwachsen mit weniger Zivilisationskrankheiten, sind sich die Forscher schon jetzt sicher.

Akupunktur kurz erklärt

Posted on | September 30, 2017 | No Comments

Wenn die klassische Medizin keine Heilung bringt, kann Akupunktur eine Lösung sein. Sie zählt zu den ältesten Heilmethoden der Medizingeschichte. Bei dieser Art der Behandlung werden bestimmte Punkte des Körpers mit Nadeln stimuliert, um Blockaden zu lösen.

Das harmonische Zusammenspiel von Körper, Geist und Seele ist der Idealzustand. Doch in der heutigen Zeit, in der Stress und Hektik eigentlich feste Bestandteile des Alltags sind, kommt es häufig dazu, dass wichtige Auszeiten vernachlässigt werden. Dann entstehen Beschwerden, die die Schulmedizin oft nicht beseitigen kann. Akupunktur kann in diesen Fällen Linderung bringen.

Klar definierte Akupunkturpunkte

Die heute meist angewandte chinesische Akupunktur ist eine Form, in der verschiedene Akupunkturtechniken Asiens zusammengefasst ausgeführt werden. Grundsätzlich geht es darum, den Energiefluss im Körper wieder in ein Gleichgewicht zu bringen. Die gegensätzlichen Energieströme Yin und Yang müssen nach asiatischer Überzeugung in einer perfekten Harmonie stehen, um ein körperliches Wohlgefühl zu erzeugen.

Bei der Akupunktur werden dünne Nadeln an festen Punkten des Körpers gesetzt. Diese sind in verschiedenen Meridianen genau definiert.

Maximal 16 Einstiche pro Sitzung

Um den Körper nicht zu überfordern, sollten in einer Sitzung nicht mehr als 16 Nadeln gesetzt werden. Dies ist jedoch nur eine Empfehlung. Jede Sitzung dauert maximal eine halbe Stunde, in der der Patient in entspannter Atmosphäre die Stimulierung der Reizpunkte kaum spürt.

Die Akupunkturpunkte können aber auch per Druck stimuliert werden. Häufig sorgt dieser auch schon für Linderung.

Akupunktur wird vor allem bei chronischen Erkrankungen, bei Schlafstörungen, Heuschnupfen, Bronchialasthma und anderen Beschwerden zur Linderung eingesetzt. Auch Migränepatienten können mit Hilfe dieser asiatischen Heilmethode eine deutlich spürbare Linderung erfahren.

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Psychosomatisch – wenn Sorgen zu Schmerzen werden!

Posted on | August 13, 2017 | No Comments

Das Zusammenspiel von Körper und Seele wird leider noch zu oft unterschätzt. Deshalb wird die seelische Ursache vieler ernsthaften Krankheiten lange übersehen. Psychosomatische Leiden lassen sich nur lindern, wenn deren Ursache erkannt und beseitigt wird.

Reizüberflutung, emotionaler Stress und unzählige andere Faktoren können dazu führen, dass der Körper reagiert, indem er sich durch Krankheiten bemerkbar macht. Diese psychosomatischen Beschwerden müssen erkannt und gezielt behandelt werden.

Typische, psychosomatische Beschwerden: Zu den meisten psychosomatischen Beschwerden zählen Migräne, Gastritis und Tinnitus. Diese unangenehmen Krankheitsbilder entstehen vor allem durch Stress in jeglicher Form. Emotionaler Stress, beruflicher Stress oder auch spezielle Ängste und Sorgen können Auslöser psychosomatischer Beschwerden sein. Kurzzeitig hilft oft eine Medizin, doch wer diese Beschwerden langfristig in den Griff bekommen will, muss deren Ursache auf den Grund gehen.

Psychosomatik zu oft unterschätzt

Obwohl bekannt ist, dass Körper und Seele sich gegenseitig beeinflussen, wird diese Tatsache häufig unterschätzt. Psychosomatische Beschwerden sind ein Warnsignal, das die Seele an den Körper sendet. Wer sich nicht mit seinen Sorgen und Problemen auseinandersetzt, leidet häufig unter Migräne, Schuppenflechte, Magenschleimhautentzündung und Schlaflosigkeit.

Oft hilft ein seelischer Ausgleich vom stressigen Alltag. Das kann regelmäßiger Sport sein, gezielte Entspannung bei Yoga oder Meditation oder auch die Aufarbeitung der seelischen Probleme in einer Psychotherapie.

Psychosomatische Schmerzen nicht auf die leichte Schulter nehmen!

Wer unter Migräne oder anderen psychosomatischen Erkrankungen leidet, sollte unbedingt versuchen, die Warnsignale seines Körpers und seiner Seele zu erkennen. Dementsprechend muss dann gehandelt werden. Es gibt Ärzte, die sich auf derartige Erkrankungen spezialisiert haben. Sie suchen nach der genauen Ursache und helfen dabei, dass die Patienten ihren Körper und seine Signale besser kennen und verstehen lernen.

Können Magnete heilen?

Posted on | Juni 22, 2017 | No Comments

Können Magnete heilen? Bei einer Frage wie dieser, prallen die Welten der Skeptiker und der Anhänger alternativer Methoden frontal aufeinander. Doch die Beantwortung dieser Frage ist nicht so klar, wie es beide Seiten glauben.

Fragen wird doch zunächst einmal Wikipedia:

„Die nicht-invasive Magnetfeldtherapie oder Magnettherapie ist eine alternativmedizinische Behandlungsmethode, bei der die Patienten einem Magnetfeld ausgesetzt werden. Die Wirksamkeit ist wissenschaftlich nicht belegt. Davon abzugrenzen ist die invasive Magnetfeldtherapie (Elektro-Osteostimulation), deren Wirksamkeit anerkannt ist.

Die beiden Verfahren unterscheiden sich stark hinsichtlich der Wirkungsweise. Während bei der nicht-invasiven Variante das Magnetfeld selbst eine Wirkung im Körper entfalten soll, wird es bei der invasiven Variante nur zur Übertragung elektrischer Energie eingesetzt, während die Wirkung auf elektrischer Stimulation beruht.“ – Quelle: de.wikipedia.org

So eindeutig ist die Aussage, dass die Wirkung von Magneten auf den Körper wissenschaftlich nicht belegt eigentlich aber nicht. Das Fehlen von Magneteinfluss auf jeden Fall scheint schon einmal schädlich zu sein. Kanadische Wissenschaftler stellten bereits vor 15 Jahren fest, dass Mäuse, die man vom natürlichen Magnetfeld der Erde abgeschirmt hatte, deutlich schmerzempfindlicher wurden. Doch ist das ein ausreichender Beweis für den Umkehrschluss?

Viele Experten sind nach wie skeptisch, wenn es um die Wirkung von Magnetpflastern, Magnetkissen usw. geht. Auch die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen in aller Regel nicht die Kosten für eine Behandlung mit Magneten, während private Krankenkassen vereinzelt entsprechende Therapieangebote übernehmen. Die sind vor allem bei Ärzten zu finden, die es mit Schmerzpatienten zu tun haben – Orthopäden, um ein Beispiel zu nennen.

Diese indifferente Einschätzung wird sich wohl in den nächsten Jahren nicht wirklich ändern. Zwar gibt es neben der oben erwähnten Studie aus Kanada auch andere, die eine gewisse Wirksamkeit nahelegen, hier wird oft ein Experiment am Baylor-Instituts für Rehabilitationsforschung in Houston, Texas genannt. Allerdings gibt es auch eine große Anzahl von Studien, die keinerlei Wirkung von Magneten feststellen können.

Einig sind sich die Wissenschaftler allerdings darin, dass durch Therapieverfahren die auf Magnetismus setzen auch kein Schaden entsteht. Letztlich sollte man es eben einfach einmal selbst ausprobieren und anhand der Wirkung entscheiden, welcher Studie man Glauben schenken kann. Nur Vorsicht vor Scharlatanen, die auch hier nie weit sind. Während Magnet bei Schmerzen durchaus einen Versuch wert scheinen, Magnetverkäufer die einem versprechen ohne Mühe schnell abzunehmen sollte man lieber aus den Weg gehen.

Kurzum, kaufen Sie Ihre Quadermagnete aus Neodym lieber bei Experten.

Deutschland legt zu – auf Kosten der Gesundheit

Posted on | Juni 16, 2017 | No Comments

Immer mehr Deutsche sind übergewichtig. Oft leidet die Gesundheit darunter. Die Ursachen können vielfältig sein. Der Bericht der Deutschen Gesellschaft für Ernährung bringt erschreckende Tatsachen ans Licht.

In den vergangenen Jahren haben die Deutschen immer mehr Kilos angehäuft. Dies geht zumindest aus einem Bericht der Deutschen Gesellschaft für Ernährung hervor. Doch woran liegt es, dass immer mehr Menschen übergewichtig sind?

Übergewicht vor allem bei Männern

Der Bericht der DGE macht deutlich, dass vor allem Männer übergewichtig sind. Ganze 59 Prozent aller Männer betrifft diese erschreckende Tatsache. Bei den Frauen sind es 37 Prozent. Doch wo genau liegen die Ursachen für diese Entwicklung? Forscher sind sich einig, dass vor allem Mangel an Bewegung und falsche Ernährung die Hauptgründe dafür sind. Viele Menschen nehmen sehr energiereiche Kost zu sich, nehmen sich aber kaum Zeit, um ihren Körper fit zu halten und diese Energie wieder abzubauen.

Übergewicht fas schon der Normalzustand

Die Daten aus dem 13. Ernährungsbericht zur Übergewichtsentwicklung zeigen sehr deutlich auf, dass Übergewicht beinahe Normalzustand geworden ist. Dies liegt vor allem daran, dass kalorienreiche Kost nahezu überall günstig verfügbar ist. Ob Schokoriegel, Cappuccino oder Pommes – solche Snacks werden gern zwischendurch gegessen und getrunken. Nur eine konsequente Ernährungsumstellung und genug Bewegung können diese gefährliche Entwicklung zukünftig stoppen.

Weltweit sollen Wissenschaftlern der OECD zufolge im Jahr 2015 rund 2,2 Milliarden Menschen übergewichtig gewesen sein. Dabei geht die Entwicklungskurve ganz klar nach oben.

Übergewicht bleibt nicht ohne Folgen

Wer an Übergewicht leidet, hat schwere gesundheitliche Folgen zu befürchten. Das Risiko, an Herz-Kreislauf-Krankheiten oder an Diabetes zu erkranken steigt enorm. Auch bestimmte Krebserkrankungen sind zu befürchten. Aber auch das allgemeine Wohlbefinden ist stark beeinträchtigt. Kurzatmigkeit in normalen Alltagssituationen kann zu einer unangenehmen Tortur werden.

Bleibt nur eine Möglichkeit, um dem Ganzen entgegenzuwirken: Regelmäßig bewegen und auf eine ausgewogene Ernährung achten.

Heilfasten liegt im Trend, nicht nur während der Fastenzeit

Posted on | April 7, 2017 | No Comments

Schon seit dem Mittelalter gehört das Heilfasten zu den festen Ritualen vieler Menschen, um die Gesundheit in Schwung zu bringen und auch den Geist zu reinigen. Fasten ist zudem fester Bestandteil vieler religiöser Rituale, doch trotzdem ist Heilfasten längst nichts für Jedermann.

Heilfasten soll Körper und Geist in Einklang bringen, bei vielen chronischen Erkrankungen eine gute therapeutische Hilfe darstellen und hilft natürlich auch bei der Gewichtsreduktion helfen. Allerdings gibt es auch einiges zu beachten, denn Fasten ist nicht gleich Fasten. Neben dem vollständigen Verzicht auf sämtliche Speisen und Getränke über einen festgelegten Zeitpunkt gibt es auch bestimmte Fastenkuren die Flüssigkeiten wie Wasser, Kräutertee und Brühe erlauben, andere wiederum lassen Obst- und Gemüse zu.

Das Ziel aller Möglichkeiten ist die Reinigung des Darms und somit der Energiekick für das Immunsystem. Eine Darmspülung zu Beginn des Fastens wird von Heilkundigen ebenso angeraten wie Sport und Saunieren während der Kur. Diese sollte nur dann stattfinden, wenn der Fastende wirklich Zeit und Ruhe findet. Es gibt inzwischen viele Kliniken, die Heilfasten unter ärztlicher Aufsicht anbieten.

Sicher fasten für Körper und Seele

Einfach so drauf los fasten, davon raten Ärzte ab. Nicht jeder Körper reagiert gleich auf den Nahrungsentzug. Kinder, alte und kranke Menschen sollten generell nicht fasten, denn das würde ihnen zu stark zusetzen. Auch der Verzicht auf sämtliche Nährstoffe kann für einige Personen gefährlich sein, es drohen Kreislaufprobleme und schwerwiegende gesundheitliche Konsequenzen. Deshalb ist es wichtig, sich vorab ärztlich durchchecken zu lassen, die Fastenkur nicht zu lange auszudehnen und bei den ersten Anzeichen eines Unwohlseins einen Arzt zu konsultieren.

Stimmt die körperliche Verfassung, kann das Heilfasten sehr positive Wirkungen auf die Gesundheit haben, viele Experten sprechen von einer inneren Klarheit, einer Konzentration auf das Wesentliche. Um das zu erreichen kann Meditation sinnvoll sein. Grundsätzlich ist das Fasten in der Gemeinschaft ratsam, denn das bringt mehr Motivation und Freude. Wer darauf schwört, der fastet mindestens einmal im Jahr über mehrere Tage.

Gesundheit ist ansteckend – interessantes Audio-Tape

Posted on | November 17, 2016 | No Comments

Wenn der humanistische Psychologe Wolf Büntig davon spricht, dass Gesundheit ansteckend sei, dann spricht er weniger von gesund machenden Agentien als vielmehr einer Geisteshaltung, die das menschliche Potenzial zur Gesundheit und seiner Entfaltung im Fokus hat. Der Mensch habe ein ausgeprägtes Potenzial zum gesund sein. Ob sich dieses Potenzial entfalten könne oder nicht, hänge zentral von den gelebten zwischenmenschlichen Beziehungen.

Gesundheit als ein Resultat mitmenschlicher Beziehungen zu bezeichnen, ist sicher eine Verkürzung der Realität. Menschen können sich sehr wohl anstecken, aufgrund von radioaktiver Strahlung umkommen oder an Malaria sterben, wenn die medizinischen, ernährungsphysiologischen und hygienischen Umstände indifferent sind. Dass aber jeder Mensch eine gehörige Macht über die eigene Gesundheit hat alleine durch das was US-Amerikaner „Mindset“ nennen und die gelebten, gesunden Beziehungen zu Menschen im beruflichen und privaten Kontext – erscheint uns gemeinsam mit Büntig als höchst relevante Erkenntnis. „Intakte Beziehungen nähren und nützen, gestörte Beziehungen zehren und schaden“, so der Gründer des ZIST bei München, einem Institut für persönliche und berufliche Entwicklung über Selbsterfahrung. Büntig konstatiert weiter, dass „uns Menschen mitgegebene Potential zur Gesundheit zwar verkümmern könne“, ausgelöscht werden könne es nicht. Neueste Hirnforschung belege dies. Wir empfehlen als Schnupperkurs seinen Vortrag mit gleichem Titel wie unsere Artikel-Überschrift „Gesundheit ist ansteckend“ zu bestellen beim Auditorium Netzwerk.

Segeln ist nicht wie Therapie, Segeln ist Therapie

Posted on | September 6, 2016 | No Comments

Sind Segler besonders entspannte Menschen? Man möchte es fast meinen, denn wer ließe beim Anblick der Weite des Meeres nicht die Seele baumeln? Kein Wunder also, dass Segeln auch jenen Menschen helfen kann, die mit ihrer Seele Probleme haben.

Segeln bedeutet nicht nur sich vom Alltag zu verabschieden, es bedeutet auch auf kleinstem Raum miteinander zurechtkommen zu müssen. So manch Paartherapeut macht sich das zunutze, wenn er seinen Patienten den Wert der Zusammenarbeit wieder näher bringen möchte. An Bord ist man aufeinander angewiesen, gegenseitiges Vertrauen muss – oder kann – hier wieder aufgebaut werden. Und nicht nur bei Paaren bietet ein Segeltörn auch reichlich Gelegenheit von der Hektik der Zivilisation abgeschnitten Zeit für wichtige und befreiende Gespräche zu führen.

Gemeinsam am Tau ziehen

Auch für Menschen mit Burn-Out oder Depressionen ist Segeln als Therapie geeignet. In mehrfacher Hinsicht. Sie werden aus ihrem als erdrückend empfundenen Alltag gerissen und in eine völlig neue Welt gepackt. Dort finden sie in den Aufgaben, die das Segeln mit sich bringt, zugleich eine Beschäftigung, jedoch keine Überbeschäftigung. Unter der Anleitung von erfahrenen Therapeuten (der ein oder andere erfahren Segler sollte freilich auch darunter sein) ist es für viele Patienten in dieser Situation viel einfacher „den Kopf frei zu bekommen“ und sich den eigenen Problemen zu stellen.

Auch wenn sich das in den Ohren von Skeptikern oder Menschen, denen es nach wie vor an Verständnis für Krankheiten wie Depressionen, wie Urlaub auf Krankenschein anhört, kann die Spannweite dieser Segeltörns enorm sein. Für manch Therapie mag schon ein benachbarter See ausreichen, bei anderen Therapien heißt es drei Wochen um die Kanaren segeln. Ein individueller Zuschnitt ist in dieser Frage enorm wichtig.

Auch die Dauer ist hier flexibel. Wobei viele Psychologen, die Segeln als Therapie einsetzen, von mindestens einer Woche sprechen. Was aber nicht heißen muss, dass ein Segelausflug auf dem Bodensee nicht auch hilfreich sein kann. Wie gesagt, es kommt immer auf die individuelle Situation der Betroffenen an.

PS: Ein speziell an Kinder und Jugendliche gerichtetes Programm finden Sie unter der Adresse www.sunshine4kids.de.

Das Antibiotikum aus der Nase

Posted on | August 3, 2016 | 1 Comment

In unseren Nasenschleimhäuten tummeln sich zahlreiche Bakterien. Jetzt haben Forscher der Universität Tübingen ein Bakterium entdeckt, das als neues Antibiotikum eingesetzt werden kann.

Landläufig bringen wir Nasenschleim nur mit Krankheiten zusammen, läuft die Nase, ist man eben erkältet. Aber auch wenn man keine Erkältung hat, befinden sich in den Nasenschleimhäuten unzählige Mikroben. Manche von ihnen sind völlig harmlos, andere können sogar schwere Krankheiten auslösen.

Staphylococcus aureus, auch bekannt als MRSA, ist ein solches Bakterium, das dem Menschen als Krankenhauskeim äußerst gefährlich werden kann. Das Bakterium gilt nämlich als multiresistent, sein Kern ist also gegen die Antibiotika aus dem Reservoir der Mediziner immun.

Forscher der Universität Tübingen haben jetzt jedoch ein Mittel gegen Staphylococcus aureus gefunden, und dabei mussten sich sprichwörtlich nicht in die Ferne schweifen.

Das neue Antibiotikum fand sich nämlich in der menschlichen Nase selbst. Bei der Untersuchung der Nasenflora von über 185 Patienten bemerkte die Gruppe um Alexander Zipperer und Martin Konnerth, das das gefährliche Bakterium weit weniger auftauchte, wenn dort auch das Bakterium Staphylococcus lugdunensis zu finden war. Offenbar produziert letzteres eine stark antimikrobiell wirkende Substanz, die die Wissenschaftler Lugdunin genannt haben. Chemisch betrachtet der Wirkstoff aus einem ringförmigen Peptid. Er gehört also zu einer bisher unbekannten Klasse von antibiotischen Wirkstoffen.

Der neuentdeckte Wirkstoff zeigte sich bei ersten Versuchen mit Mäusen als ausgesprochen vielseitig. Er tötete nicht nur MRSA-Erreger, sondern auch grampositive Bakterien wie Escherichia coli, Bacillis subtilis oder Listerien.

In einem Punkt ist Lugdunin übrigens besonders interessant. Obwohl es praktisch in der Nachbarschaft des Erregers existiert, scheint dieser dagegen nicht resistent zu werden. Im Wettlauf wischen Erregern und Antibiotika könnte auch dieser Umstand eine interessante Spur sein.

Zuckermoleküle als Hinweisgeber für Krebserkrankungen

Posted on | Juni 2, 2015 | No Comments

Krebserkrankungen rechtzeitig zu erkennen, ist Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung. Durch eine neue Methode könnten bestimmte Zuckermoleküle sichtbar gemacht werden, die auf krankhafte Veränderungen in den Körperzellen hinweisen.

Den genauen Zustand von Körperzellen können Wissenschaftler anhand der Zelloberfläche erkennen. Zuckermoleküle weisen darauf hin, ob sich die Zellen krankhaft verändern werden oder nicht. Jetzt haben Forscher des Leibnitz-Instituts für Molekulare Pharmakologie herausgefunden, wie sie die betroffenen Körperzellen nachweisen können.

„Glykan-Code“ als große wissenschaftliche Herausforderung

Dass Zellen durch Gene und Proteine geprägt sind, ist hinreichend bekannt. Zu den prägenden Bestandteilen zählen aber auch bestimmte Glykane, Zuckerverbindungen, die sich auf den Oberflächen der Zellen befinden. Die Struktur dieser Zuckerverbindungen verändert sich, sobald eine Körperzelle mit Krebs befallen ist. Ein typisches Merkmal von Tumorzellen ist das vermehrte Auftreten von Sialinsäuren auf deren Oberfläche. Je mehr davon vorhanden sind, desto größer ist die Möglichkeit der Streuung, der Bildung von Metasthasen.

Den sogenannten „Glykan-Code“ zu entschlüsseln ist eine der größten wissenschaftlichen Herausforderungen, die es derzeit zu bewältigen gibt. Das größte Problem besteht darin, bestimmte Glykane überhaupt sichtbar zu machen.

Xenon-Kernspintomographie könnte den Durchbruch bringen

Mit der neuartigen Xenon-Kernspintomographie könnte es gelingen, einen echten Durchbruch zu erzielen. Denn bisher war es kaum möglich, selektierte Glykane mit Hilfe von Kontrastmitteln per Kernspintomographie sichtbar zu machen. Die Forscher des Leibnitz-Instituts für Molekulare Pharmakologie gaben nun in einem Fachartikel bekannt, dass es in einem Modellsystem gelungen ist, bestimmte Sialinsäuren zu markieren und die betreffenden Zellen mittels Kernspintomographie sichtbar zu machen.

Die Xenon-Kernspintomographie unterscheidet sich von der herkömmlichen Kernspintomographie auf Wasserstoffbasis deutlich durch seine extreme Effizienz. Das hyperpolarisierte Xenon ist in der Lage, Signale auszusenden, die 100.000-fach stärker sind als die der Wasserstoffatome.

Sollte es gelingen, den „Glykan-Code“ weiter zu entschlüsseln, könnten unter anderem Krebserkrankungen viel früher erkannt und schneller behandelt werden. Dadurch würden die Heilungschancen deutlich verbessert werden.

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